2014, 10.04. - Generalversammlung mit Vortrag

Faszinierende Fledermäuse

 

Das diesjährige Schwerpunktthema der Naturschutzgruppe Mettmenstetten ist die Fledermaus. Die kantonale Beauftragte, Lea Morf führte mit einem gut besuchten Vortrag ins Thema ein. An der Generalversammlung wurden revidierte Statuten genehmigt, und Sonja Keller gab das Präsidium weiter.

 

Es gibt nicht nur die Ortsbezeichnung „Fledermaus“ in Mettmenstetten, es leben auch drei Arten in unserer Gemeinde, wie die kantonale Fledermausschutz-Beauftragte, Lea Morf aus Winterthur, in ihrem interessanten Vortrag erläuterte. Vorgängig hielt die Naturschutzgruppe Mettmenstetten ihre Generalversammlung ab. Nach 22 Jahren Gültigkeit wurden die Vereinsstatuten revidiert, um einerseits sanfte Anpassungen an die Jetzt-Zeit vorzunehmen, und andererseits die kantonalen Vorgaben für gemeinnützige Organisationen zu erfüllen. Ohne Gegenstimme wurde der vom Vorstand in drei Sitzungen ausgearbeitete Vorschlag gutgeheissen.

 

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Die langjährige Präsidentin Sonja Keller (rechts) wird von der Vizepräsidentin Christine Gerber mit einem Geschenk verabschiedet.

 

Die kantonale Fledermausschutz-Beauftragte Lea Morf führte mit einem interessanten Vortrag ins Jahresthema „Fledermäuse“ ein.

 

 

Wechsel der Präsidentin

Nach 14 Jahren im Vorstand, davon sechs als Präsidentin, entschied sich Sonja Keller, die Vereinsleitung abzugeben, um wieder mehr Zeit für eigene Projekte zu finden. Sonja Keller hatte sich in allen Jahren, ganz besonders als Präsidentin, intensiv für die Naturschutzgruppe eingesetzt und durfte manchen Erfolg feiern, musste aber auch einige Enttäuschungen erleben, wenn sich in der Gemeinde Mettmenstetten gewisse Projekte nicht im Sinne der nachhaltigen Natur- und Landschaftspflege entwickelten. Mit grossem Applaus und einem Geschenk wurde Sonja Keller verabschiedet. Als Nachfolger stellte sich Werner Eugster zu Verfügung, der seit 2008 im Vorstand aktiv ist. Ergänzt wurde der Vorstand durch Sven Potter, der ausserdem in der Biodiversitätskommission der Gemeinde aktiv ist.

 

Drei Fledermausarten von dreissig

Die grosse Zahl von rund 40 Mitgliedern, die jeweils der Generalversammlung beiwohnen, lässt sich allerdings nicht nur durch Statutenänderung und Wahlen erreichen. Der öffentliche Vortrag, der jeweils als zweiter Teil den Anlass bereichert, ist der eigentliche Grund für das rege Interesse. Lea Morf verstand es, den Zuhörern auf abwechslungsreiche und fundierte Weise Einblick in eine den meisten eher wenig bekannte Tiergruppe zu geben. Oder hätten Sie gewusst, dass es in der Schweiz 30 Fledermausarten gibt, womit diese Familie beinahe einen Drittel aller in der Schweiz natürlich vorkommenden Säugetierarten stellt? Allerdings seien bloss drei davon in Mettmenstetten heimisch, nämlich das Braune Langohr, das Grosse Mausohr, und die Zwergfledermaus.

 

Die Mitglieder hoffen, auf ihrer Exkursion am 27. Juni möglichst viele Fledermäuse sehen und hören zu können. Wie Lea Morf erklärte, sind die Ultraschall-Laute der Fledermäuse, die nur mit einem entsprechenden Empfangsgerät für uns hörbar gemacht werden können, bis zu 100 dB laut, was der Lautstärke eines lauten Radios entspricht.

 

Flughunde und Fledermäuse

Verwandt mit den Fledermäusen sind die Flughunde, die eine grössere Spannweite als die Fledermäuse haben, aber nur in den Subtropen und Tropen in Afrika und Asien beheimatet sind. Diese ernähren sich vegetarisch von Früchten, während unsere einheimischen Fledermäuse imposante Mengen an Insekten verspeisen. Rund ein Drittel ihres Körpergewichts nehmen sie pro Nacht zu sich, vornehmlich in Form von Nachtfaltern, bei den sie gekonnt die unverdaulichen Flügel von den Weichteilen trennen, bevor sie sie verspeisen. Anhand beeindruckender Videos zeigte Lea Morf einige Beispiele, wie geschickt die Fledermäuse ihre Beute jagen, ohne dabei abzustürzen.

 

Nicht der letzte Anlass

Im Jahresprogramm steht nebst der Fledermausexkursion im Juni noch ein weiterer Anlass ganz oben auf der Prioritätenliste der Naturschutzgruppe: am 29. November ist ein Familienanlass geplant, bei dem aus vorgefertigten Teilen ein Fledermauskasten gebastelt wird, der dann entweder bei sich zu Hause, oder an einem von der Naturschutzgruppe gewählten Standort aufgehängt werden kann. Und wer weiss, vielleicht ist in zwei oder drei Jahren bereits eine vierte Fledermausart bei uns heimisch?

 

Werner Eugster